Die Un-Ruhe in mir - ein ganz gewöhnlicher Tag

von

 

Heute wie vorgehabt früh aufgestanden, um nach dem morgendlichen Übungen auf dem Markt Einkaufen zu gehen und danach den dortigen, sehr leckeren Kaffee zu genießen, wenn alles noch ruhig ist. Mit einem süßen Teilchen nachhause, um mit der Liebsten vor deren Weggehen zu ihrem Projekt noch die zweite Tasse zu genießen.

Und dann?
Habe viel vor am heutigen Tag. Die erste Stunde geht wunderbar vorüber mit dem laufenden Projekt. Das nächste »Und dann?« O.k., die Mails. Und jetzt? Da geht es um ein Herzblut-Projekt, an dem ich schon Monate herum bastle, wieder neu aufsetze und verändere. Seit etwa einer Woche nichts daran getan. Jetzt wird‘s aber Zeit! Ich nehme es in die Hand, doch der hundertprozentige Impuls zum Weitermachen ist nicht da. Aha, da ist doch die Idee vor ein paar Tagen entstanden. Ich wollte zu meinem Umgang mit Instanzen jeglicher Art wie, Behörden und allerlei sonst Offiziellem einen Blogartikel schreiben oder/und aufzusprechen. Gute Idee weiterhin, doch jetzt passt es nicht. Keine Ahnung warum. Nach dem »Warum« frage ich auch schon lange nicht mehr. Es ist einfach so.
Dann könnte ich ja mit dem neuen Newsletter beginnen. Zieht mich auch nicht an. Mit »Müssen« wird es sowieso nichts.

Jetzt wird‘s spannend. Auf dem Sofa liegend genieße ich die Wolken draußen und die Ruhe und bin zugleich irritiert. In Wirklichkeit doch nicht irritiert: Wenn ich etwas ohne diesen inneren Kick anpacke, wird es nichts. Mein Verstand möchte das nicht wahrhaben und drängt mich deshalb. Doch die innere Gewissheit umfängt den Mind immer öfter mit der Geste: »Du meinst es ja gut mit mir. Doch der Wille, besser gesagt das innere Empfinden, etwas reifen zu lassen ist stärker. Wenn ich zu früh an etwas ziehe, gibt das nichts.«

Die Unruhe ist selten schlagartig weg. Doch diese innere Gewissheit ist aus der Erfahrung gewachsen, manchmal noch labil, doch immer seltener.
Wie zum Beispiel gestern Abend: Schlagartig ist eine kreative Energie da. In weniger als einer Stunde erledige ich Dinge, für die ich oft zwei bis drei Stunden benötige. Und bin zusätzlich noch fertig, um in ein Radiokonzert hineinzuhören.

So habe ich wieder mal den Virus da draußen als Virus in mir wahrgenommen. Der Lärm im Stillstand da draußen und die Widerspiegelung der Unruhe in mir haben mir geholfen, alles so wahrzunehmen, wie es nun einmal ist.
Hört sich super einfach an. Ist es auch und zugleich überhaupt nicht leicht. Ich übe schon lange damit und spüre, wie meine Freude daran wächst. Wenn ich zurückfalle oder besser gesagt, in mein selbst gebautes Loch der Unruhe hineintappe, ärgere ich mich zwar immer noch, doch auch hier immer seltener.

So ist aus dem »über etwas schreiben« ein Notieren dessen geworden, was geschieht.
Was für eine kreative Zeit in dieser „ver- rückten“ Welt besonderer Veränderungen!


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