Ein persönlicher Nachtrag zur Ermunterung aus der 27. Woche

von Emil Schmidt

Vielleicht erinnern Sie sich an die letzte Wochenermunterung:
"Vor wem möchten Sie sich heute verbeugen? Es darf auch äußerlich sein."

Ich selbst habe mich letzte Woche mehrfach und leibhaftig verbeugt:
Verbeugt vor meinem Vater, der seit frühester Kindheit mit einem schweren körperlichen Gebrechen im Leben unterwegs gewesen ist und alle Prophezeiungen der Ärzte, was seine Lebenszeit anbelangt, nicht erfüllt hat. Er hat mir gezeigt, was Liebe zu sich selbst bewirken kann.

Ich habe mich verbeugt vor meiner Mutter, die mich das gute Sterben lehrt. Es kann nächste Woche, in drei Monaten, in fünf Jahren oder schon übermorgen sein, dass sie ihren Körper verlässt. Trotz ihrer heftigen psychischen Schädigungen, die sie in dieses Leben mitgebracht hat, wird sie diese Erde erfüllt verlassen. Sie lebt das in schlichter Demut zusammen mit ihren oft heftigen Schmerzen.

Danke Euch beiden! Die vielen, vielen Jahre des Unmuts, die ich Euch gegenüber empfunden und sogar gepflegt habe, haben schon länger ausgedient und ihr habt mir und zeigt mir immer noch, wie sich alles in Liebe verwandeln darf - wenn ich die Liebe wähle ...

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Kommentar von Keller Ursula |

Ein grandioses Statement einer Entwicklung! Wunderbar, dass die LIEBE gesiegt hat! Ich gratuliere Ihnen und Ihren Eltern.

Mit freundlichem Gruss
Ursula Keller