Es ist langweilig, recht zu haben

von

 

Als ich diesen Satz während eines Radiointerviews hörte, hallten die Worte sofort bei mir wieder. Als wären sie genau für diese Chaos-essenzielle-Veränderung-Zeit gesagt. Haben jetzt nicht die einen Recht und natürlich dann die anderen Unrecht? Der Virus, alles Lüge. Nur eine Grippe? Staatlicher Terror … Wir müssen aber … Wir wussten schon immer, dass ….

Was für eine Gemengelage!

Ist das nicht schon immer so gewesen, seitdem es lebendige Wesen auf zwei Beinen gibt, Menschen genannt? Ja, es liegt nur jetzt alles auf den Tisch, was Menschsein ausmacht.
»Wenn das nun endlich alles aufhört und alles wieder normal wird!« Ein Zurück zum Alten und Normalen wird es nicht geben. Natürlich ist es verständlich, wenn in solch einer herausfordernden Situation der Anker gesucht wird, und zwar erst mal »da draußen, bei »den Anderen«, die Gegner, wie und wer auch immer. Es wird sich, nein, es hat sich schon sehr viel verändert, gerade auch im Bewusstsein der Menschen.

Will ich selbst hier Recht haben? Und wenn ich Unrecht habe?

Vor vier Jahren wurde Trump ins Amt gewählt. Ich saß kurz danach mit einem Freund zusammen. Im Gespräch äußerte ich meine Haltung, dass dieser Präsident eine wichtige Rolle spielen würde, um alles ans Licht der Öffentlichkeit, besser gesagt ans Licht unseres Bewusstseins zu bringen, damit wir wählen können, was jeder von uns an wertschätzendem Leben mitgestalten möchte. Das war für den Freund ein heftiger Affront und ein abruptes Ende des Gesprächs.

Vier Jahre später, jetzt
Ich spüre, dass ich recht hatte. Und zugleich spüre ich, dass mir das im Kern gar nicht so gut tut. Mr. Trump hat seine wichtige Rolle gespielt. Dieses »Ich hab‘s doch gewusst!« dient niemandem, schon gar nicht mir. Auch wenn es weiterhin im Hinterstübchen vor sich hin kichert. Und: Auf meinem Grabstein soll nicht stehen »Er hatte aber recht gehabt!«

Woran soll ich mich also halten? Oder sollen wir uns halten? Ist es nicht oft auch so, was heute »richtig« gewesen ist, kann schon nächste Woche »falsch« sein?

Ich selbst habe für mich etwas gefunden, besser gesagt, mich finden lassen. Einfach und zugleich tief in meinem Inneren. Manchmal zweifle ich daran, doch immer seltener.
Jeder hat da seinen Weg. Wäre das schön, wenn Recht haben und Unrecht haben in den Hintergrund rücken, Platz macht einer Haltung im Gespräch wie etwa: »Ich habe meine Erfahrungen. Lass mal deine hören. Vielleicht kann ich davon lernen und du von mir.«

Ich möchte mit Ihnen/Euch ein Gespräch darüber führen. Meine Orientierung dabei ist, sich gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren. Keine Diskussion, denn vom lateinischen her heißt diskutieren »auseinander schneiden«. Dabei werden eher die Köpfe heiß und die Herzen kalt
Solch ein Gespräch kann Türen öffnen, um zu verstehen ohne einverstanden zu sein, wie es der Unternehmensberater Boris Grundl in einem Buchtitel so schön ausgedrückt hat.

Wann?

Am Donnerstag, dem 3. Dezember 2020 ab 19:00 Uhr, etwa eine Stunde lang. Ich werde dazu eine Konferenzschaltung einrichten.
Um den persönlichen Charakter zu bewahren, werde ich keine Aufnahme machen.

Wer mit dabei sein möchte, aktiv oder passiv, der oder die möge sich mit der E-Mail anmeldung@entscheidungshebamme.de bei mir melden. So kann ich rechtzeitig die Zugangsdaten für die Konferenzschaltung zusenden.

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